Forschungsprojekt

 Deutsch-Polnisches Forschungsprojekt

Das deutsch – polnische Forschungsprojekt “Wroclaw (Breslau) eine europäische Metropole – die Geburtsstadt der freireligiösen/freigeistigen Bewegung Deutschlands” verfolgt sowohl kulturhistorische als auch kulturpolitische Ziele.

Die kulturhistorischen Ziele bestehen in der Gewinnung tiefer gehender Kenntnisse über die gesellschaftlichen Prozesse und Zusammenhänge, die dazu führten, dass der Deutschkatholizismus seine Geburtsstunde in Breslau hatte und von dort aus seine Verbreitung in anderen deutschen Landen fand und somit Breslau zum Zentrum und Ausgangspunkt des Deutschkatholizismus wurde.
Unter dem aktuellen kulturpolitischen Aspekt ist eine zweisprachige Broschüre das Ziel, die die gewonnen Erkenntnisse zusammenfasst und einem breitem interessierten deutschen und polnischen Publikum zugängig gemacht werden soll. Die Broschüre soll einen kleinen und partiellen Beitrag leisten, die vielen Aktivitäten der Stadt Wroclaw als Europäische Kulturhauptstadt 2016 zu unterstützen, indem ein Teil der multireligiösen, multikulturellen und multiethnischen Stadtgeschichte, dem Teil an welcher die freireligiösen/freigeistigen Gemeinden bei der Entwicklung der Stadt aktiv und prägend mitwirkten, dargestellt wird. Der Inhalt der Broschüre wird eine sozial-religiöse Reformbewegung, die christkatholischen Gemeinden in Schlesien und besonders in Wroclaw (Breslau), charakterisieren, die bisher in der Geschichtsschreibung der Stadt kaum Beachtung fand.

Das öffentliche Interesse des Forschungsprojektes

Das öffentliche Interesse ist bei der Stadt Wroclaw (Breslau), bei den freireligiösen/freigeistigen, freidenkerischen und humanistischen Organisationen in Deutschland, bei den polnischen Rationalisten und bei den daran interessierten deutschen und polnischen Bürgern angebunden.

Die Stadt Wroclaw (Breslau), die 2016 Europäische Kulturhauptstadt ist, erhält weiteres Material für den europaweiten Nachweis, dass die Stadt das kulturelle Erbe der Stadt gleichberechtigt behandelt und religiöse und weltanschauliche Toleranz ein Prinzip ihrer Politik ist. Zugleich erfährt die Darstellung der Stadtgeschichte neues Material. Eine Zusammenarbeit mit dem Kulturinstitut und dem Historischen Museums der Stadt Wroclaw wäre wünschenswert.
Für die freireligiösen/freigeistigen, freidenkerischen und humanistischen Vereine in Deutschland wird Material geliefert, welches ihnen hilft, die Ursprünge ihrer Herkunft allseitiger zu verstehen und in ihre Bildungsarbeit aufzunehmen.
Durch die gleichberechtigte Mitarbeit der Polnischen Rationalisten Wroclaw am Forschungsprojekt ergeben sich für diese Möglichkeiten, das kulturelle Erbe der Stadt mitzugestalten, an die humanistischen und aufklärerischen Traditionen der Stadt anzuknüpfen und diese für ihr gesellschaftliches Wirken in der Stadt und in Europa zu nutzen. Zu diesen neuen Möglichkeiten, über das gemeinsame Forschungsprojekt hinaus, gehören auch gemeinsame Aktivitäten und Projekte der Wroclawer Abteilung der polnischen Rationalisten mit Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften und des Humanistischen Verbandes Deutschlands, wie z.B. mit dem Freidenker Barnim e.V. und Freireligiösen Gemeinde Wiesbaden, der Partnerstadt Wroclaws. Ein solches Projekt ist die gemeinsame Fest- und Informationsveranstaltung anlässlich des 200. Geburtstages von Johannes Ronge am 19.10.2013 in Wroclaw. Auf dieser Zusammenarbeit basierend können die deutschen Partnervereine mithelfen ihren polnischen Freunden und den jetzigen Bewohnern der Stadt Wroclaw Auskünfte zu geben über die Vorgeschichte ihrer heutigen Heimat.
Es liegt auch im öffentlichen Interesse, dass deutsche und polnische Wissenschaftler durch ihre Arbeit zeigen, dass es möglich ist gemeinsam, trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte, das geschichtliches Erbe kein Besitzverhältnis ist, sondern allen Menschen gehört und ihnen zugänglich sein muss.